Vitamine

Die essentiellsten und lebenswichtigsten Botenstoffe für den Körper

Was sind Vitamine? Geschichte und Allgemeines

Vitamine sind für unseren Organismus essentielle Nährstoffe, genauso wie Mineralstoffe oder bestimmte Aminosäuren. Vitamine zählen daher zu den Stoffen, die der Organismus zum Leben braucht und der Körper nicht selbst herstellen kann. Nur durch diese Nährstoffe ist es möglich, dass der Stoffwechsel unseres Körpers funktioniert.

Erstmals wurden Vitamine von dem Biochemiker Casimir Funkt als solche bezeichnet, der bereits im Jahr 1912 die Wirkung dieser zu erforschen versuchte. Der aus Warschau stammende Forscher konnte 1936 die Struktur des Vitamin B1 entschlüsseln und entwickelte eine Methode zu dessen Synthetisierung. Er war zudem der erste Wissenschaftler, der die Nicotinsäure isolierte (ein B-Vitamin).



Wirkung und Funktion

Vitaminmangel hat Auswirkungen auf unterschiedlichste Körperprozesse und damit zeigt sich, wie wichtig Vitamine für den Organismus sind. Welche Vitamine auf welche Weise im Körper wirken und welche Funktion sie übernehmen, soll im folgenden ersichtlich werden.

1.Vitamin C

Dieses ist mit das bekannteste Vitamin. Seine wichtigste Aufgabe ist die Stärkung des Immunsystems. Das Vitamin C schützt den Körper damit vor (gefährlichen) Krankheitserregern und hält damit die Abwehrmechanismen des Körpers aufrecht. Zudem eliminiert das Vitamin die freien Radikale des Körpers und sorgt damit für Schutz der Organe und Blutgefäße.

Eine weitere Funktion des Vita C’s ist die Bildung von Kollagen, ein Stoff der für Haut und Bindegewebe benötigt wird. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung rät täglich mindestens 100 mg des Vitamin C’s zu sich zu nehmen. Ein Mangel des Vitamins führt zu einer geschwächten Immunabwehr und kann damit die Gefahr von Infektionen erhöhen.

Eine weitere Folge des Mangels kann außerdem eine gestörte Kollagenproduktion sein. Dadurch wird die Oberfläche der Haut trocken, rau und schuppig und das Bindegewebe wird schwach. Personen, die unter diesem Mangel leiden, fühlen sich müde, geschwächt, schlapp und antriebslos, was sogar zur Entwicklung einer Depression führen kann.

2.Vitamin D

Auch wenn das Vita D erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts als äußerst wichtiger Bestandteil in der Ernährung erkannt wurde, tut das seiner Wichtigkeit bis heute keinen Abbruch. Es wurde im Zusammenhang mit der schweren Krankheit Rachitis erforscht und erhielt damit eine funktionelle Aufgabe für den Organismus, sowohl bei Mensch als auch beim Tier.

Eine weitere wichtige Aufgabe kommt dem Vita D bei der Aufnahme von Calcium zu. Dieses kann vom Körper nämlich nur mithilfe des Vitamin D’s aufgenommen werden. Vita D ist daher verantwortlich für den Calcium-Phosphat-Haushalt.

Außerdem schützt das Vita D durch seine hormonelle Wirkung im Körper vor Autoimmunerkrankungen und man vermutet, dass das Vitamin bei der Immunität vor Krebserregern helfend ist. Erste Anzeichen eines Vita D Mangels lassen sich erkennen anhand von Schwindel, Reizbarkeit oder Nervosität.

Bei fortschreitendem Mangel treten dann KnochenbrĂĽche bis hin zur Osteoporose auf. Hauptversorger des Vitamins ist das Sonnenlicht.

Daher sollte man speziell im Winter oder in sonnenärmeren Regionen darauf achten, auf andere Weise Vita D zu sich zu nehmen. Es reicht schon 30 Minuten Sonnenlicht täglich, sodass der Körper ausreichend Cholecalziferol bilden kann.

3. Vitamin B 12

Das Vitamin B12 wird oftmals als Sammelbegriff für alle Cobalmin Verbindungen verwendet. B12 wird auch als das „rote Vitamin“ benannt und ist für den Körper unerlässlich. Ein Mangel dessen kann zu schwerwiegenden, irreparablen Nervenschäden führen. Aber nicht nur für das Nervensystem ist das Vitamin wichtig, auch für die Bildung roter Blutkörperchen ist dieses verantwortlich.

Das B12 ist außerdem für die Sauerstoffversorgung des menschlichen Organismus zuständig und fördert damit die Konzentrationsfähigkeit, sowie die allgemeine Funktion des Gedächtnisses. Zudem ist nur mit dem Vita B12 eine Herstellung der menschlichen Erbanlage, der DNA, möglich.

Eine zentrale Aufgabe übernimmt das B12 auch im Eiweißstoffwechsel. Besonders für Kinder ist das Vitamin für ein gesundes Wachstum von großer Wichtigkeit, außerdem haben Schwangere auch ebenso einen erhöhten Bedarf des Vita B12’s.

Ein Mangel an B12 kann zu unterschiedlichsten Symptomen und Langzeitschäden führen. Diese können Blutarmut bis im schlimmsten Fall zu Demenz oder neurologischen Krankheiten sein.


4. Vitamin E

Dieses Vitamin ist nur durch Fett löslich. Die am häufigsten vorkommenden und antioxidativ wirkenden Formen des Vitamins sind Tocopherolen und Tocotrienolen.

Das Vita E ist in tierischen Zellen enthalten, wird jedoch aber nur durch Cyanobakterien und Pflanzen gebildet. Dies hat zur Folge, dass der menschliche Körper das Vitamin nicht selbst herstellen kann und daher aufgenommen wird.

Das Vita E wird nicht umsonst auch Zellschutzvitamin genannt, da es ich in vielerlei Hinsicht positiv auf den Körper auswirkt. Es schützt zum einen die Zellen durch die antioxidative Wirkung gegenüber freien Radikalen, zum anderen hilft das Vitamin E auch bei der Stärkung der Abwehrkräfte und stärkt damit das ganze Immunsystem.

Der antioxidative Effekt, den das Vitamin mit sich bringt, wirkt sich auch positiv auf unsere Cholesterinwerte aus. Auch auf die Funktionsweise des Gehirns hat das Vita E keinen unerheblichen Wert. Durch dieses Vitamin kann einer Alzheimererkrankung entgegengewirkt werden, da es Alterungsprozesse der neurologischen Funktionen verlangsamt.

Eine ausreichende Vitam. E Versorgung führt außerdem zu einer schönen, glatten und reinen Haut. Das Hautbild wirkt straffer und jünger und das fördert die Wundheilung, was zur Minimierung von Narben beiträgt.

Nicht ohne Grund werden viele kosmetischen Artikel mit Vita E angereichert, sodass die Haut vor Sonneneinstrahlung geschützt, das Haar glänzend und gestärkt und die Haut mit ausreichend Nährstoffen versorgt wird.

Typische Mangelerscheinungen des Vitamins sind Konzentrationsschwäche, Herzprobleme oder Muskelschwund. Erst nach einer andauernden Zeit im Mangel werden Langzeitschäden bemerkt, wie beispielsweise Sehstörungen.

Auch Morbus Crohn oder eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung werden oftmals durch einen länger anhaltenden Vitamin E Mangel hervorgerufen. Erwachsene sollten daher täglich etwa 12 Milligramm des Vita E’s zu sich nehmen. Bei Rauchern, Stillenden und Schwangeren besteht meist ein erhöhter Bedarf des Vitamins.


5. Vitamin A

Dieses Vitamin ist in tierischen Lebensmitteln enthalten und in Form von Beta-Carotin auch in pflanzlichen. Es ist für die Augen, die Haut und die Nägel von großer Bedeutung. In Form von Rhetinal ist das Vitamin Teil der Netzhaut. Außerdem ist das Vita A wichtig für die Fortpflanzung, da es beispielsweise bei der Produktion des Testosterons mithilft. Auch für unsere Knochen, Knorpel und Zähne ist das Vitamin wichtig.

Wasser- oder fettlöslich?

Eine Ausnahme unter den Vitaminen wurde bereits benannt, nämlich die Besonderheit des Vita D’s. Es ist das einzige Vitamin, dass durch äußere Einflussfaktoren, nämlich das Sonnenlicht, aufgenommen werden kann.

Hinsichtlich der Löslichkeit kann man Vitamine im Allgemeinen entweder als wasserlöslich oder als fettlöslich bezeichnen. Vor allem die wasserlöslichen sollte man täglich in ausreichender Menge zu sich nehmen, da der Körper diese nur in geringen Mengen speichert.

Durch die Einteilung in fettlösliche und wasserlösliche Vitamine, lässt sich gut erkennen, wie die vom Körper aufgenommen werden können. Ein gutes Beispiel hierbei ist das Vita A, das in großen Mengen in Karotten steckt. Der Körper kann das Vitamin aber nur freisetzen, wenn man zusammen mit den Karotten auch Fett zu sich nimmt. Beispielsweise die Karotten mit einem Schuss Öl anbraten.

Dann kann der Körper das Vitamin freisetzen, zuvor ist es nur in Form von Betacarotin in dem Gemüse enthalten. Fettlösliche Vitamine können entgegen der wasserlöslichen länger im Körper gespeichert werden.

Im Gegensatz zu den wasserlöslichen können die fettlöslichen als Reserven gespeichert werden, vorzüglich im Fettgewebe oder in der Leber. Bei den wasserlöslichen Vitaminen wird durch die direkte Verarbeitung ein Überschuss im Körper vermieden.

Alle B-Vitamine, sowie das Vita C gehören zu der wasserlöslichen Sorte. Alle anderen gehören zu den nur durch Fett löslichen Kategorie. Oftmals sind schon in den von Natur aus fettreichen Lebensmitteln, wie beispielsweise Pflanzenöl fettlösliche Vitamine enthalten, sodass diese nicht noch zugesetzt werden müssen.

Vitaminreiche Nahrungsmittel

Gemüse und Obst meistens als Vitaminbooster zu bezeichnen, ist mittlerweile fast jedem geläufig, dennoch gibt es auch noch andere Lebensmittel, die voller wichtiger Vitaminas stecken. Ein Beispiel ist der Lachs. Dieser Fisch enthält einen großen Teil B-Vitamine, vor allem B6 und B12. Ein weiterer Toplieferant an wichtigen Nährstoffen sind Nüsse, speziell Erdnüsse.

Diese liefern dem Körper das wichtige Vita E und enthalten zudem noch Pantothensäure und Folsäure. Außerdem ist der Verzehr von Vollkornprodukten in jedem Fall gut für Körper und Hirn, da diese einerseits reich an Ballaststoffen sind, andererseits Vitamin E und Vitamin B in ausreichender Menge liefern.

Für alle Fleischesser bietet sich als Lieferant des Vitamins auch das Rindfleisch an. Es enthält neben Eiweiß noch jede Menge an B-Vitaminen.

Nun noch einmal zu den Vitaminboostern, dem Obst und Gemüse. Bei diesen ist es nahezu egal, welche Sorte favorisiert wird, in jeder stecken Nährstoffe in Masse. Vor allem jedoch Brokkoli und Grünkohl, sowie die allseits beliebte Karotte liefern jede Menge verschiedenster Vitamine.

Brokkoli ist vor allem bekannt für seine Vita C Gehalt, Grünkohl liefert Provitamin A, Vita E und B Vitamine und die Karotte bringt dem Körper durch das Betacarotin eine Menge an Vita A.

Auch die Avocado, die mittlerweile in jedem Supermarkt zu finden ist, liefert ausreichend davon. Der „Herrscher“ des Vitamin C’s ist hingegen eine etwas unbekanntere Frucht. Sanddorn liefert tatsächlich zehnmal so viel an Vitamin C als Zitrusfrüchte. Daher genügt täglich für das Abdecken des Vitamin C Bedarfs ein Glas Sanddornsaft von 50 Millilitern.

Vitaminpräparate welche Möglichkeiten gibt es?

Schaut man sich in Drogeriemärkten oder in Onlineshops nach Vitaminpräparaten um, findet man nahezu alles und dies in jeder erdenklichen Form und Dosierung. Viele Menschen fragen sich daher, ob solche Präparate für die Gesundheit wichtig und zwingend notwendig sind.

Zu allerserst sei gesagt, dass ein Vitaminmangel meist und am besten vom Arzt festgestellt werden sollte (wenn nicht bereits zuvor eine Vorerkrankung oder eine bestimmte Lebensweise besteht, die Präparate zwingend notwendig werden lässt).

Im Normalfall wird der Körperhaushalt nämlich durch eine ausgewogene Ernährung ausreichend versorgt. Es gibt jedoch ein paar bestimmte Ernährungsweisen, Regionen oder Vorerkrankungen, die eine zusätzliche Einnahme von Vitaminpräparaten nötig werden lassen. Auch Sportler nehmen oftmals Vitaminpräparate zu sich, da sie einen viel größeren Verbrauch haben, als „normale Erwachsene“.

Auch für Veganer bieten sich bestimmte Präparate an, vor allem Präparate mit dem Vitamin B12. B12 ist nur in tierischen Produkten wie Eiern, Milch, Fleisch enthalten und auf diese Lebensmittel wird im Veganismus komplett verzichtet, sodass dies supplementiert werden sollte.

Dennoch muss man abseits des Vitam. B12’s bei Präparaten immer vorsichtig sein. Die Präparate können im Normalfall zwar nicht lebensbedrohlich sein, aber es gibt genügend überteuerte und nutzlose Pillen Kapseln oder Pulver.

Wichtig ist vor dem Kauf der Präparate in erster Linie, dass man zunächst den Rat eines Fachmannes einholt oder aber sich selbst informiert. Man sollte auf Qualitätskriterien achten, wie Hinweise, dass die Präparate frei von Verunreinigungen, Zusatzstoffen oder hypoallergenen Füllsubstanzen sind.

Wenn man selbst einen Mangel vermutet, ist der erste Schritt dennoch immer zum Arzt. Beim medizinischen Fachpersonal werden dann anhand eines großen Blutbildes mögliche Mangelerscheinungen erkenntlich gemacht und darauffolgend ein geeignetes Präparat verschrieben.

Fakt ist trotz der vielen bestehenden Vitaminpräparate, wenn man einer normal gesunden und ausgewogenen Ernährungsweise nachgeht, dann wird der Körper durch Sonne und Lebensmittel ausreichend mit Vitaminas versorgt.

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heinzmonck

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